Der erste Törn 2017 beginnt.  2017 The first trip starts.

von Sandra Hägerich, Bernhard Schüngel / am 24.05.2017 / in Allgemein
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Mal sehen, wohin uns der Wind so bringt.

Let’s see where the wind blows.

Es ist Mittwoch, der 24.05.2017 und wir sind nach meiner Arbeit in Guxhagen Richtung Fehmarn losgefahren. Alle Seesäcke ins Auto und los ging es. Ankunft im Hafen Burgtiefe um Mitternacht.

It is Wednesday, the 24.05.2017 and we drove directly to Fehmarn after my work. Arrival in the port Burgtiefe at midnight.

Den nächsten Tag hatten wir für die Vorbereitung vorgesehen. Schön ausschlafen und einkaufen, Route festlegen, Wetterbericht von Papa 07 hören usw. Für den Nachmittag hatten sich noch liebe Freunde von uns angesagt. Sie hatten sich eine Hanse gechartert und waren auf ihrem Törn rund Fehmarn auf dem Rückweg. Der letzte Hafen war Burgtiefe und so hatten wir mit den Beiden deren Urlaubsende und unseren Urlaubsanfang abends begangen, nicht ohne vorher im Hafenrestaurant schön zu essen.

The next day we had planned for the preparation. Sleeping and go shopping, set route, hear weather report of Papa 07 etc.  In the afternoon, friends came to visit us. They had chartered a Hanse and were on their way around Fehmarn.

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26.05.2017

Am Freitag Morgen mussten wir erstmal die am Vortag vernachlässigte Vorbereitung nachholen. So kam es, dass wir erst gegen 11.40 Uhr abgelegt haben und uns dabei von unseren Freunden Lucas und Kerstin verabschiedet haben, die mit ihrem Boot im benachbarten Liegeplatz lagen.

On Friday morning, we first had to prepare a lot. So we did not leave until 11:40 am and said goodbye to our friends Lucas and Kerstin.

Das Tagesziel für uns war der Hafen von Gedser, gut zu erreichen, hübsch gelegen und schön beschaulich am südlichen Ende von Falster. Wegen des genau achterlichen (aus West)  Windes sind wir die Strecke bis zum ersten Wegepunkt motort. Dabei haben wir einige für  uns neue Dinge in Ruhe ausprobiert. Wie zum Beispiel den Plotter, Autopilot usw.

The goal of the day was for us the port of Gedser, easily accessible, beautifully situated and beautifully situated at the southern end of Falster. We had to turn on the engine. The wind was unfavorable.

Am Wegepunkt haben wir den direkten Kurs auf die Ansteuerung des Fahrwassers von Gedser genommen. Jetzt natürlich unter Segeln. Bei 2 – 3 Windstärken und unter einem strahlend blauen Himmel waren wir nun unterwegs. Leider drehte der Wind, er kam schließlich aus südlicher Richtung und wurde immer schwächer. Bei dem raumen Wind kamen wir am sehr späten Nachmittag nicht mehr von der Stelle und beschlossen die verbleibende Strecke unter Motor zurückzulegen.

We took the direct course on Gedser. Now, of course, under sail. Finally, the wind turned and became weaker and weaker. With the wind from behind we could not move forward. It was already late afternoon. So we had to turn on the engine.

Beim Reffen blieb das Groß auf halber Höhe am Mast hängen und ließ sich nicht mehr vollständig reffen. Etwas stimmte hier gar nicht. Also steuerte Sandra das Boot sofort in den Wind, die Fock wurde vollständig gerefft und anschließend begann die Fehlersuche. Nach einiger Zeit stellte sich heraus, dass ein Reffbändsel der Übeltäter war. Es hatte sich in der unteren Saling an Steuerbord verklemmt und hielt das Segel eisern fest. Auf See konnte das Problem ohne weiteres nicht behoben werden. Da wir fast keinen Wind hatten, sind wir wie geplant mit dem „halben Segel“  nach  Gedser gefahren, vorbei am Fährhafen (mit auslaufender Fähre) zum Yachthafen, wo wir gegen 19.45 Uhr festgemacht haben.

While reefing the mainsail, the sail stuck to the mast and could not be fully reefed. Something was not right here. Immediately, Sandra turned the boat into the wind, the jib was completely reefed and then the troubleshooting started. A lanyard has become trapped in the spreader. At the sea, the problem could not be solved easily. Now we sailed with half sail to Gedser past the ferry terminal to the marina, where we moored at 7:45 am.

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Nun musste das Segel von der Saling gelöst werden. Mit einem Bootshaken konnte das fest sitzende Bändsel  nicht gelöst werden. Also wurde die kleine Eisensäge aus dem Werkzeugkoffer geholt, mit Klebeband am Bootshaken befestigt und anschließend das Bändsel durchgesägt und das Segel war wieder frei.

Now the sail had to be removed from the spreader. With a boathook the stuck lanyard could not be resolved. So the little hacksaw was taken out of the toolbox, attached to the boathook with tape and then sawed through the lanyard and the sail was free again.

Samstag (Saturday), 27.05.2017

Da der Hafen hier so hübsch beschaulich ist, hatten wir uns dazu entschlossen, den nächsten Tag hier etwas abzuhängen und auszuspannen. Wir wollten ja auch wissen, wo wir uns befinden. Ich muss sagen, der Ort Gedser ist ein ziemlicher Totehoseort. Aber der Hafen ist süß. Wenn man ein oder zwei Tage in einer schönen Umgebung mit viel Ruhe verbringen möchte, dann ist man hier genau richtig.

Because the harbor was so pretty, we wanted to spend a whole day here. We also wanted to know where we are. Gedser is quite a ghost town, but the harbor is cute. If you want to spend a day or two in a beautiful landscape with silence, than it is the right place.

Sonntag (Sunday), 28.05.2017

Eigentlich wollten wir heute weiter, doch wir wollten wegen Gewitterwarnungen durch den DWD nichts riskieren und sind im Hafen geblieben. Als allerletztes Boot. Alle anderen sind rausgesegelt. Am Abend hatten wir unser Hierbleiben aber nicht bereut, da uns genau aus diesem Grund ein herrliches Hafenkino geboten wurde. Durch den Hafen trudelnde Yachten, die aufgrund des Windes die Liegeplätze verfehlten oder Charter-Herren-Törns, die mit einer zu kurzen Achterleine die Poller aushebelten und ohne Vorleine zu klarieren, die komplette Backbordseite verschrammten. Den Tag nutzten wir, um in dem einzigen Laden unser dänisches Wechselgeld, welches der automatische Hafenmeister ausgespuckt hatte, gegen einen Kartoffelsalat auszutauschen. Danach wurden in der Kombüse Steaks „gegrillt“ und das Deck geschrubbt.

Actually, we wanted to continue sailing today, but the weather should get worse. We were the last boat in the harbor. All other boats went out. In the evening we were glad to have stayed in the harbor. We were offered a wonderful „cinema“. Yachts floated through the harbor or old men without sense and reason, who demolished the port. We used the day to exchange our Danish money, which the harbor master machine had picked out, for a potato salad in the only shop. We had a barbecue and cleaned the boat.

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Montag (Monday), 29.05.2017

Wir wollten um 6.00 Uhr aufstehen, um schön früh nach Warnemünde zu segeln. Den eigentlichen Plan, nach Møns Klint zu segeln, hatten wir verworfen, da das Wetter die Woche nicht so beständig sein sollte, wie wir es gebraucht hätten, außerdem hingen wir schon viel zu lange hier in Gedser fest. Wir wollten wieder näher an unseren Heimathafen, da auch der schönste Urlaub irgend wann einmal zu Ende geht und ich leider wieder pünktlich an der Arbeit sein muss. Eigentlich sollte laut Papa 07 das Wetter, sprich der Wind abflauen, fast schon so, dass man nicht mal vernünftig segeln kann. Es hat aber die ganze Nacht gestürmt. Auch morgens um 6.00 Uhr stürmte es genau so schlimm, wie in der Nacht, also blieben wir liegen. Um 07.00 Uhr das gleiche. Um 08.00 Uhr ebenfalls. Um 11.45 Uhr haben wir dann endlich abgelegt. Auch wir trudelten anfangs etwas durch den Hafen, aber dank des starken Motors haben wir dann die Hafenausfahrt getroffen und sind mit Kurs Warnemünde ausgelaufen.

We wanted to get up at 6 o’clock in the morning to sail early to Warnemünde. We had given up the idea to sail to Møns Klint because the weather should not be so good during the week. We were too long in Gedser. We wanted to get closer to our home port again because we had to be on time for work. Even the most beautiful holiday comes to an end. Actually, the wind should abate, according to the weatherman „Papa 07“. But the whole night it stormed. Also in the morning at 6 o’clock it was still very bad. So we stayed in the harbor. At 7 o’clock the same. At 8 o’clock also. At 11.45 o’clock we could finally leave the harbor. Because of the strong engine, we managed it without damage and sailed to Warnemünde.

Kaum waren wir auf der Ostsee, war der Wind weg. Wir wollten die Segeleigenschaften der Carlotta testen, wenn wir nur mit dem Focksegel segeln.  Etwas konnten wir segeln, aber nicht wirklich lange und irgendwann bewegten wir uns fast gar nicht mehr. Dann hieß es wieder Motor an und  los. Festmachen um 18.45 Uhr im Yachthafen Hohe Düne. Da ich so einen Heißhunger auf Pizza hatte, sind wir dann noch abends nach Warnemünde gefahren. Diesen Weg haben während den nächsten Tagen regelmäßig genommen. Also auf die Fähre, über den Fluss, dann zum Bahnhof und von dort zum alten Strom. Dort haben wir eine Pizzeria gefunden, in der ich meine ersehnte Pizza mit viel Knoblauch bekommen habe.

As soon as we were on the Baltic Sea, the wind was gone. We wanted to test the sailing characteristics of the Carlotta, if we only sail with the jib. Sometimes we could sail, but not really long, and at some point we almost did not move anymore. Then we had to turn the engine on again. Mooring at 18.45 o’clock in the marina Hohe Düne. Then we went to Warnemünde. So on the ferry, across the river, then to the train station and from there to the major river.

Dienstag (Tuesday), 29.05.2017 bis 01.06.2017

Die nächsten Tage kann man rückblickend unter diesem Fazit zusammenfassen:

Résumé:

Viel Wind, bzw. 7 – 8 Windstärken, können eine spontane Änderungen in der Törnplanung bewirken.

Much wind, 7 – 8 Beaufort, can cause a spontaneous change in the trip planning.

Es war unsere Absicht, dass wir uns am Dienstag Warnemünde und Rostock ansehen und am folgenden Tag weiter nach Westen segeln. Die Wetterberichte am Morgen ließen nichts Gutes ahnen. Der DWD sagte für den Tag, natürlich auch für die folgenden Tage, durchgehend 5 – 6 Windstärken und Böen mit mindestens 7 Windstärken voraus. Grundsätzlich waren wir aber froh, dass wir im sicheren Hafen waren, so haben wir uns erstmal am Dienstag auf den Weg nach Rostock gemacht. Also wieder mit der Fähre über den Fluß und dann mit der Bahn nach Rostock. Die Bahnverbindung ist übrigens sehr gut, etwa alle 5 – 10 Minuten fährt ein Zug.

It was our intention to see Warnemünde and Rostock on Tuesday and to sail west the following day. The weather forecast in the morning did not bode well. For this day, of course for the following days, storm was predicted. Basically we were glad that we were in the safe harbor. On Tuesday we went by train to Rostock. So again by ferry over the river and then by train to Rostock.

Unser Fazit zu Rostock lautet etwa so: Eine schöne Stadt mit sehr freundlichen Einwohnern, aber sonst eine ganz normale Großstadt. Zurück in Warnemünde haben wir noch etwas eingekauft und uns in dem Ort umgesehen. Abseits der Flaniermeile ist es ein sehr schöner und gepflegter Ort, der zu 100 % auf den Tourismus eingestellt ist.

Our conclusion to Rostock is something like this: A beautiful city with very friendly inhabitants, but otherwise a normal big city. Back in Warnemünde, we have shopped and looked around the place.

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Zurück am Boot mussten wir feststellen, dass der NW Wind mit min. 7 Windstärken gegen den Bug vom Boot drückte und die beiden Vorleinen perfekt gespannt waren.  Für das hohe C hätte die Spannung gereicht.

Am nächsten Morgen sagten uns die Wetterberichte, dass kurzfristig mit keiner Änderung der Windsituation zu rechnen ist und wir besser hier im Hafen bleiben. Die Leinen waren immer noch auf den bewussten Ton gestimmt. Aber die beim Hafenmeister vorbestellten Brötchen  waren um so besser und der Tag begann mit einem erstklassigen Frühstück.

The next morning, the weather reports told us that the weather will not change. So we stayed in the harbor. But the breakfast was excellent.

Am Tag zuvor haben wir in der Touristinformation in Rostock einen Prospekt vom IGA Park und dem dort festgemachten Museumsschiff mitgenommen. Diese beiden Ziele sollten nun zum Tagesprogramm werden. Also haben wir uns mit den üblichen Verkehrsmitteln , mal wieder die Fähre 🙂 und die Bahn, auf den Weg zum Park gemacht.

The day before, we were at the tourist office. There we got a brochure from a museum ship and a wonderful Park (IGA). So we drove back to Rostock.

Hier haben uns besonders der Rhododendron Park und der chinesische Garten gut gefallen. Das in einem ausrangierten Frachter beherbergte Schifffahrtsmuseum sollte man ebenfalls besuchen. Die Besichtigung des Schiffes hat uns sehr gefallen und  ist einen Besuch wert. Gerade das Museum werden wir bei Gelegenheit bestimmt ein zweites Mal besuchen. So haben wir den Tag sehr angenehm verbracht und gar nicht gemerkt wie schnell die Zeit vergangen ist.

The Rhododendron Park Area and the Chinese Park Area we especially liked. The maritime museum housed in a discarded freighter should also be visited. The inspection of the ship we really liked. We will certainly visit the museum a second time. So we spent the day very pleasant and did not notice how fast the time has passed.

Das abendliche Studium gab Anlass zur Hoffnung. Am nächsten Tag können wir mit abnehmenden Winden rechnen, allerdings erst ab der Mittagszeit. Den Tag haben wir mit einen Besuch in der Bar des Hotels ausklingen lassen, untermalt mit der Musik einer Pianistin und einem hübschen Bier. Dabei haben uns insbesondere die vom Kellner angebotenen Erdnüsse gemundet. :-))

The evening study gave reason for hope. The next day the wind should subside.
The day ended with a visit to the hotel bar, with music and a delicious beer.

Am Donnerstag Morgen hat der Wind wie gewohnt geblasen und ich habe erstmal frische Brötchen beim Hafenmeister besorgt. Sie sorgten für eine deutliche Verbesserung der Stimmung. Sie wurde noch besser, als es später der Wind nachlies. Da aber auf der Ostsee  immer noch mit einer Höhe der See von 2 – 2,5 Metern für den größten Teil des Tages zu rechnen war, haben wir uns zu einem Spaziergang nach Markgrafenheide entschlossen. Zuvor konnten wir uns einen Besuch im Imbiss „Windstärke 8“ nicht unterlassen, den wir nur empfehlen können. Den örtlichen Supermarkt in Markgrafenheide haben wir genutzt, um unsere inzwischen etwas verringerten Vorräte auf der Carlotta aufzufüllen. Also mussten die Jacken aus dem Rucksack, der nun mit anderen Dingen gefüllt wurde, und wir sind mit dem Bus zurück zur hohen Düne gefahren. Den Tag haben wir mir einer hübschen Flasche Wein ausklingen lassen.

On Thursday there was once a delicious breakfast. The wind slowed down. First we went for a walk to Markgrafenheide and had a snack in the snack bar „Windstärke 8“. Delicious!!! We used the local supermarket in Markgrafenheide to replenish our supplies on the Carlotta. So the jackets had to be taken out of the backpack, which was now filled with other things. The day ended with a nice bottle of wine.

Für den nächsten Morgen steht dann die Abfahrt nach Fehmarn an. Aufgrund der Winde werden  wir kräftig kreuzen müssen.

The next morning we wanted to sail to Fehmarn. Due to the winds, we will have to cross strong.

Wir haben die Kreuzschläge zu kurz gemacht und sind mehr oder weniger im Kreis gekreuzt. Spaß hat es trotzdem gemacht.

We sailed in a circle. Nevertheless it was fun.

 

 

 

 

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